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Runde beendet
Anmeldephase ab Donnerstag, 09.09.2010 20:00 Uhr
Rundenstart am Sonntag, 12.09.2010 14:00 Uhr
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Story
| Der Anfang |
Autor: Denkbert |
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Zu Anfang des 22. Jahrhunderts wurden die meisten Länder der Erde demokratisch regiert und Krieg bildete auf der Erde in zivilisierten Ländern weitestgehend eine Ausnahme. Kapitalismus nannte man das gängige Gesellschaftssystem - und alle, wenn man von ein paar wenigen Ausnahmen absieht, hießen es gut. Diese Ausnahmen, die man bei den Statistiken außen vor ließ, besaßen zwar kaum wirtschaftliche Macht, machten dummerweise aber mehr als 80 % der Bevölkerung aus. Durch die rasante Bevölkerungszunahme war die Schere zwischen Reich und Arm weit auseinandergegangen - dazwischen stand fast gar nichts mehr. Wer Geld hatte war alles - wer keins hatte, nichts. Ein neues Unternehmertum formierte sich - die Konzerne. Dieses Unternehmertum galt allgemein als skrupellos und lehnte jeglich Moralvorstellungen ab - Moral bringt lediglich Gewinneinbussen, so lautete die Parole. Regelmässig wurden dabei bewusst Kartellgesetze und gängige Verordnungen gebrochen - dass die Regierung nur noch aus hohlen, korrupten, mit Bestechungsgeldern ausgestopfte Marionetten bestand, war ein offenes Geheimnis. Die Füllung war von den Konzernen bezahlt worden. Die Politiker in den Kabinetten vertraten nicht länger die Interessen des Volkes - die Interessen der Konzerne zahlten sich schliesslich viel besser aus. Natürlich geschah es auch, dass Politiker nicht zur Kooperation bereit waren - in diesem Falle bekamen sie entweder Besuch von einem Berater des jeweiligen Konzerns oder sie liessen ihr Leben in einem tragischen Unfall - letztendlich führte es dazu, dass die Regierung vollkommen von den Konzernen kontrolliert wurden - und da nicht alle Politiker alle Interessen aller Konzerne vertreten konnten, wurden auch die Medien nicht arbeitslos: es war durchaus normal, dass mehrere Politiker in einer Woche an Herzinfarkten, Lebensmittelvergiftung oder anderen Unfällen starben - wenn sie denn nicht einfach verschwanden.
Die skrupellosen Methoden, die man auf der politisch-kommunikativen Ebene anwendete, blieben auch im wirtschaftlichen Sektor nicht ungenutzt.
Die kleinen Unternehmen versuchten verzweifelt, sich gegen die grossen Konzerne durchzusetzen - meistens mit dem Ergebnis, dass sie von denselben aufgekauft und geschluckt wurden - durch eine geschickte Zermürbungspolitik gewannen viele Konzerne dadurch wesentlich an Einfluss und finanzieller Macht. Die grossen Konzerne wurden noch grösser und kauften jene Unternehmen und Konzerne auf, die sich im unendlich harten Konkurrenzkampf nicht mehr hatten durchsetzen können. Einige grosse Konzerne schlossen sich zu Kartellen zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen - oder die Kartellpartner zu hintergehen.
Schliesslich schreckte man auch nicht mehr davor zurück, die Methoden aus der Politik sogar im Konkurrenzkampf einzusetzen - unvorsichtige Magnaten verschwanden schneller von der Bildfläche, als sie "Verrat" und "Ermordung" buchstabieren konnten.
Alles, was einem im Konkurrenzkampf einen Vorteil verschaffte, war erlaubt - und so hatten fast alle Konzerne im Laufe der Zeit mehrere firmeninterne Forschungskomplexe gebaut und in Betrieb genommen. Die Produktion wurde mehr und mehr automatisiert und die Forschung wurde immer rasanter und euphorischer betrieben - in Erwartung neuer, nützlicher Ergebnisse, die sich irgendwie positiv für den Konzern ausschöpfen liessen.
Die Medien wurden Propagandainstrumente - und jeder Konzern hatte einen oder mehrere eigene Kanäle, auf dem Werbung und Sendungen liefen, die das Image des eigenen Konzerns hoben oder andere Konzerne in den Dreck zogen. In diesen Tagen wurde Propaganda zu einer der wichtigsten Waffen des modernen Wirtschaftskrieges.
Spionage und Sabotage blieben bei den Betroffenen natürlich nicht ohne Wirkung: die Anlagen wurden immer besser gesichert, die Rechner in den Firmen wurden durch effektivere Schutzmassnahmen gesichert oder gar ganz vom Netz genommen und nach und nach hatte fast jeder Konzern eine kleine Privatarmee zum Schutz der eigenen Anlagen und Forschungen zusammengestellt. Man fing an, Waffenforschung zu betreiben und schwerere Geschütze herzustellen. Schiessereien waren an der Tagesordnung - und Opfer gab es viele. Als man dazu überging, die Toten zu verbrennen, waren die Friedhöfe schon längst vollkommen überfüllt.
Spätestens hier erkannte die mittellose und handlungsunfähige Bevölkerung, dass sie vollkommen den Einfluss auf die Regierung und ihr eigenes Leben verloren hatte - die Politiker, die noch nicht tot waren, hatten sich mit Leib und Seele den Konzernen verschrieben, eine Polizei existierte nur noch auf dem Papier, und das Geld, das man von den Konzernen für seine Arbeit bekam, gab man in den Märkten der Konzerne für schlecht schmeckendes Essen und billige Kleidung wieder aus.
Als der dato grösste Energiekonzern Sensan Energix seine Sicherheitstruppen mobilisierte, sämtliche Politiker erschiessen und sich als neue Regierung ausrufen liess, war das Maß voll - die Stationen und Märkte von Sensan wurden überrannt und geplündert, die Trooper von Sensan wurden überwältigt und erschlagen und nach und nach griff das Chaos auf fast alle Städte über. Viele Konzerne schlossen sich zusammen und schossen die Aufstände blutig nieder. Im Laufe der Ständekämpfe wurden ganze Stadtbilder komplett entrückt und zerstört. Grosse Teile der Bevölkerung sagten sich los und gründeten Kommunen auf dem Land.
In den Landesteilen, in denen die Konzerne wieder die Kontrolle an sich reissen konnten, kehrte nach einiger Zeit wieder der Alltag ein - beide Seiten hatten aus den Vorfällen gelernt. Die Regierung war offiziell aufgelöst und niemand hatte Interesse daran, wieder eine neue Regierung zu bilden. Die Konzerne nahmen ganze Stadt- und Landesteile unter ihren Schutz und nach und nach bildete sich eine Karikatur des mittelalterlichen Feudalsystems unter moderner Konzernherrschaft.
Die unterschiedlichen Konzerne trieben zwar regen Handel untereinander, trugen aber auch offene Kämpfe miteinander aus oder schlossen sich zu Gruppen, sogenannten Syndikaten zusammen. Das althergebrachte System war zersplittert statt Staaten und Nationen herrschen nun die einstigen Wirtschaftsbosse.
Willkommen bei Syndicates.
"In dieser verräterischen Welt ist nichts Wahrheit, nichts Lüge, alles ist wie die Farbe des Glases, durch das man es sieht."
- Frank Herbert
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